2022-2025
Wissenschafts- und Garantieausschuss
Die Arbeit der Stiftung ist nur dank der Unterstützung ihrer Freundinnen und Freunde möglich. Mit ihrer wertvollen Mitarbeit tragen sie dazu bei, das geistige Vermächtnis Alexander Langers lebendig zu halten und sein gesellschaftliches, kulturelles und politisches Engagement fortzuführen.
Zu den Menschen, die sich für die Stiftung engagieren, gehören auch die Mitglieder des Wissenschafts- und Garantieausschusses. Das Gremium gibt Stellungnahmen und Empfehlungen zum Tätigkeitsprogramm der Stiftung ab und entscheidet über die Vergabe des Alexander-Langer-Preises.
Nachfolgend finden Sie die Mitglieder des derzeitigen Ausschusses, das vor Kurzem vom Verwaltungsrat für eine Amtszeit von drei Jahren ernannt wurde.
Elisabeth Alber – Elisabeth Alber wurde in Meran geboren. Sie studierte Internationale und Diplomatische Wissenschaften und koordiniert am Institut für vergleichende Föderalismusforschung von Eurac Research die Forschungsgruppe „Participation and Innovations“. Zudem lehrt sie an der Universität Innsbruck, wo sie an der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie promovierte.
Sie veröffentlicht Bücher und wissenschaftliche Beiträge zu Diversitätsmanagement in Mehrebenensystemen, Minderheitenrechten, Border Studies, territorialen Autonomien und partizipativer Demokratie.
Als Gastwissenschaftlerin und Gastdozentin war sie an Universitäten und Forschungszentren in Deutschland, Spanien, den Vereinigten Staaten, den französischen Überseegebieten, Australien, Indien und Nordmazedonien tätig.
Sie ist Mitherausgeberin von Politika, dem Jahrbuch der Südtiroler Gesellschaft für Politikwissenschaft. Darüber hinaus gehört sie dem wissenschaftlichen Beirat des KDZ – Zentrum für Verwaltungsforschung in Wien an und ist mit der University of Canberra sowie dem Centre for Multilevel Federalism in Delhi assoziiert.
Als Beraterin war sie in Myanmar, der Ukraine und Moldau tätig.
Grazia Barbiero – Grazia Barbiero wurde in Bozen geboren. Sie studierte moderne Literaturwissenschaft und spezialisierte sich auf den Bereich der Betreuung von Menschen mit Behinderungen.
Die Lehrerin war von 1974 bis 1978 Mitglied des Meraner Gemeinderats und von 1979 bis 1988 Abgeordnete des Südtiroler Landtags sowie des Regionalrats Trentino-Südtirol.
Sie gehörte dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Italiens sowie dem Nationalrat der Demokratischen Partei an.
Von 1996 bis 2019 war sie als Beraterin und parlamentarische Mitarbeiterin für das Präsidium der italienischen Abgeordnetenkammer tätig.
Sie schreibt für verschiedene Tageszeitungen und Zeitschriften und ist Autorin des Buches Scenari in movimento – Gli anni Settanta e Ottanta in Alto Adige Südtirol. Von 1997 bis 2018 betreute sie zudem im Auftrag des Präsidiums der Abgeordnetenkammer die drei Bände Il Premio internazionale Alexander Langer alla Camera dei Deputati. Dell'importanza di mediatori, costruttori di ponti, esploratori di frontiera.
Bettina Foa – Bettina Foa wurde in Rom geboren und studierte Wirtschaftswissenschaften in Modena. Anschließend ging sie nach Afrika und arbeitete rund zwölf Jahre lang in Mosambik und Burundi – zunächst direkt für die mosambikanische Regierung und später für die Europäische Union.
Nach ihrer Rückkehr nach Europa setzte sie ihre Tätigkeit für die EU in Brüssel fort und befasste sich dort mit den Beziehungen und der Zusammenarbeit mit verschiedenen Regionen und Ländern Afrikas.
Sie begleitet die Langer-Stiftung seit deren Gründung und wurde später Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats und Garantiegremiums.
Seit 2014 arbeitet sie mit der Zeitschrift Una Città aus Forlì zusammen.
David Hofmann – David Hofmann wurde 1981 in Sterzing geboren. Er ist Wissenschaftler und Aktivist.
Er studierte Physik an der Technischen Universität München und promovierte am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen im Bereich der theoretischen Neurowissenschaften. Anschließend absolvierte er ein Postdoc in theoretischer Neurowissenschaft und Verhaltensforschung an der Emory University in Atlanta, USA.
Derzeit forscht er im Bereich der Computational Psychiatry und ist mit der Stony Brook University in New York sowie dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston assoziiert.
In den Vereinigten Staaten war er Mitbegründer und Aktivist von Science for the People und schrieb für die Organisation. Heute engagiert er sich bei Scientists for Future und Extinction Rebellion in Südtirol und ist Mitbegründer der Climate Action South Tyrol Alliance.
Giulia Levi – Nach ihrem Studium der Internationalen Beziehungen in Turin absolvierte Giulia Levi einen Masterstudiengang der Universität Bologna in Sarajevo, wo sie eineinhalb Jahre lebte.
Anschließend arbeitete sie in Bozen zunächst bei Eurac Research und danach drei Jahre lang für die Alexander-Langer-Stiftung, insbesondere im Rahmen des Projekts Adopt Srebrenica.
Seit 2017 lebt sie in England. An der Fakultät für Sozialwissenschaften der Bournemouth University promovierte sie mit einer Dissertation mit dem Titel Bridging Brexit-related societal divisions – Learning from civil society initiatives in Bosnia and Herzegovina.
Ihre Forschungsinteressen gelten insbesondere der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit nach dem Krieg in Bosnien und Herzegowina sowie der Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen bei der Überwindung gesellschaftlicher Spaltungen in Friedens- und Nachkriegskontexten.
Fabiana Martini – Fabiana Martini wurde am 8. August 1969 geboren – am selben Tag, an dem die Beatles das berühmte Foto für das Cover von Abbey Road aufnahmen.
Sie ist in der Vereinswelt groß geworden und hat dort vor allem drei Dinge gelernt: den Wert zwischenmenschlicher Beziehungen, die Regeln der Demokratie und die Bedeutung des gemeinsamen Handelns.
Sie ist Berufsjournalistin und Mutter von drei Töchtern.
Von 2000 bis 2010 leitete sie die Wochenzeitung Vita Nuova und war damit die erste nicht dem Klerus angehörende Frau in Italien an der Spitze einer religiösen Zeitschrift. Von 2011 bis 2016 war sie Vizebürgermeisterin der Stadt Triest. Zu ihren Zuständigkeiten gehörten unter anderem Chancengleichheit, Frieden und Menschenrechte.
Neben ihrer journalistischen Tätigkeit arbeitet sie in der Aus- und Weiterbildung, insbesondere mit Journalistinnen und Journalisten sowie Schülerinnen und Schülern der Oberstufe zu den Themen Migration, Chancengleichheit und Hate Speech. Darüber hinaus ist sie in der Kommunikation zu den Themen Kindheit und psychische Gesundheit tätig.
Sie ist Koordinatorin des Vereins Articolo 21 liberi di… Il dovere di informare, il diritto ad essere informati in Friaul-Julisch Venetien und Sekretärin des internationalen Journalistenpreises Marco Luchetta.
2003 veröffentlichte sie beim Verlag Rubbettino das Jugendbuch Percorsi di pace nell’era della globalizzazione.
Am 7. März 2021 veröffentlichte sie in L’Espresso eine Reportage über Frauen in der italienischen Kommunalpolitik. Sie entstand aus einer mehr als zweijährigen Reise zu Bürgermeisterinnen, Stadträtinnen und Gemeinderätinnen in ganz Italien und wurde später unter dem Titel Il governo delle donne beim Verlag Vita Activa Nuova als Buch veröffentlicht.
Salvatore Saltarelli – Salvatore Saltarelli engagierte sich im Komitee gegen die ethnische Zugehörigkeitserklärung, in dem Alexander Langer eine zentrale Rolle spielte. Bei der Volkszählung von 1981 weigerte er sich, eine Sprachgruppenzugehörigkeit zu erklären.
Er trat in den Schuldienst ein und gehörte dem Verwaltungsrat des Pädagogischen Instituts des Landes für die italienische Sprachgruppe an, wo er sich mit dem Verhältnis zwischen Schule und Arbeitswelt beschäftigte.
Während seiner Abordnung in die Südtiroler Landesverwaltung arbeitete er an Projekten im humanitären und sozialen Bereich. Dabei wirkte er am Aufbau der Landesbeobachtungsstelle für Einwanderung und des Zentrums zum Schutz vor Diskriminierung mit. Im Bildungsbereich entwickelte er die Berufsqualifikationen für interkulturelle Mediatorinnen und Mediatoren sowie Friedensfachkräfte und begleitete deren Anerkennungsverfahren bis zur Konferenz der Regionen und Autonomen Provinzen.
Er leitete den Masterstudiengang ersten Grades in internationaler Konfliktmediation an der Universität Bologna, der unter Beteiligung des 4. Alpinen Armeekorps und der unterstützenden Organisationen der zivilen Friedenskorps durchgeführt wurde.
In allen zuständigen institutionellen Gremien wandte er sich entschieden gegen das Südtiroler Landesgesetz zur Einwanderung (Landesgesetz Nr. 12 vom 28. Oktober 2011), das später durch das italienische Verfassungsgericht erheblich eingeschränkt wurde.
Anschließend kehrte er in den Schuldienst zurück.
Er gehört dem wissenschaftlichen Beirat des statistischen Einwanderungsdossiers von IDOS an und ist Gründungsmitglied sowie Mitglied des Verwaltungsrats des Netzwerks Rete dei Diritti dei Senza Voce.
Giovanni Scotto – Giovanni Scotto ist außerordentlicher Professor am Fachbereich für Politik- und Sozialwissenschaften der Universität Florenz. Dort lehrt er Theorien der Konfliktbearbeitung und Mediation, Mediation und partizipative Demokratie sowie International Conflict Transformation.
Er leitet das Labor FORMA MENTIS am PIN in Prato, das sich mit Mediation und Konfliktmanagement in städtischen Räumen beschäftigt.
Er verfügt über langjährige berufliche Erfahrung als Trainer für gewaltfreie Konflikttransformation und als Mediator.
Er lehrte an verschiedenen italienischen Universitäten – darunter Pisa, Bologna, Trient und Roma Tre – sowie an ausländischen Hochschulen wie der University of Bradford, der Syracuse University und der Freien Universität Berlin.
Er war in Konfliktkontexten in Bosnien und Herzegowina, im Kosovo und in Mexiko tätig.
Heute engagiert er sich in der Piccola scuola di pace dell’Isolotto in Florenz, einer Form von Volksuniversität, die Wissen über Gewaltfreiheit, Dialog und Nachhaltigkeit vermittelt.
Gianni Tamino – Gianni Tamino war Professor für Allgemeine Biologie an der Universität Padua und ist heute im Ruhestand.
Er forschte zum Zusammenhang zwischen Umwelt und Gesundheit sowie zu Stoff- und Energieflüssen in Ökosystemen, insbesondere zur Anreicherung von Schadstoffen entlang der Nahrungskette. Darüber hinaus befasste er sich mit Fragestellungen rund um die Biotechnologie.
Von 1983 bis 1992 war er Mitglied der italienischen Abgeordnetenkammer. Von 1995 bis 1999 folgte er Alexander Langer als Mitglied des Europäischen Parlaments nach und beschäftigte sich dort insbesondere mit Umwelt-, Energie- und Landwirtschaftsfragen.
Er war an der Gründung der Alexander-Langer-Stiftung beteiligt.
Heute gehört er dem wissenschaftlichen Beirat von ISDE Italia – International Society of Doctors for the Environment – an.
Zu Umwelt-, Gesundheits- und Energiethemen hat er Bücher und zahlreiche Beiträge in wissenschaftlichen, kulturellen und populärwissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht.
Franz Tutzer – Franz Tutzer wurde 1953 in Bozen geboren und studierte Agrarwissenschaften in Wien.
Von 1985 bis 2019 war er Direktor der Fachoberschule für Landwirtschaft in Auer. Heute ist er neben verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten Co-Präsident des Katholischen Forums.
Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit dem Denken und Wirken Ivan Illichs, der auch Alexander Langer stark beeinflusst hat.
Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Europahauses Burgenland.
Nazario Zambaldi – Nazario Zambaldi wurde 1972 in Bozen geboren. Er studierte Literaturwissenschaft in Trient, erwarb ein Diplom in Malerei an der Akademie der Schönen Künste in Bologna und promovierte in Pädagogik an der Freien Universität Bozen.
Er unterrichtet Philosophie und Humanwissenschaften an einer Oberschule und konzipiert und begleitet zahlreiche künstlerische und kulturelle Projekte, insbesondere im Bereich Theater, sowie sozialpädagogische Initiativen.
Zu seinen Forschungs- und Interessenschwerpunkten, zu denen er auch wissenschaftlich publiziert, zählen Arts-based Research, Embodied Education, Menschenrechte, Ökologie und ökologisches Denken, Bürgerschaft und Inklusion sowie Gemeingüter.
Katharina Crepaz - Katharina Crepaz ist Senior Researcher am Center for Autonomy Experience von Eurac Research in Bozen und lehrt Soziale Determinanten von Gesundheit an der Technischen Universität München (TUM).
Sie studierte Anglistik, Amerikanistik und Politikwissenschaft sowie anschließend Slawistik an den Universitäten Innsbruck und Wien. 2015 promovierte sie in Politikwissenschaft.
2020 habilitierte sie sich an der TUM im Bereich Gesundheitswissenschaften mit einem besonderen Schwerpunkt auf Diversity Governance.
Von 2015 bis 2020 war sie als Postdoktorandin am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik in München sowie am Lehrstuhl für Diversitätssoziologie der TUM tätig.
Ihre Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Gender, Diversität, soziale Determinanten von Gesundheit, Minderheiten, Migration und Diversity Governance.
Im Dezember 2022 wurde sie mit dem Habilitationspreis der Freunde der TUM ausgezeichnet.
Katharina Crepaz folgte Simone Zoppellaro als Mitglied des Gremiums nach.