Fondazione Alexander Langer Stiftung ETS
Bindergasse 5, 39100 Bozen (BZ), Italien

Internationaler Alexander-Langer-Preis 2026

Langer-Preis 2026 geht an den kongolesischen Aktivisten François Kamate Kasereka

Bozen, 18. Februar 2026 – Die Alexander-Langer-Stiftung gab heute an ihrem Sitz in der Bindergasse die Verleihung des Internationalen Alexander-Langer-Preises 2026 bekannt. Die renommierte Auszeichnung geht an François Kamate Kasereka, einen jungen Aktivisten aus der Demokratischen Republik Kongo (DRK), für seinen außergewöhnlichen gewaltfreien Einsatz für Klimagerechtigkeit, Menschenrechte und Frieden.


Der Preis wird offiziell im Rahmen der Veranstaltungsreihe

 „Euromediterranea“ im April 2026 verliehen. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert, die von der Stiftung Südtiroler Sparkasse zur Verfügung gestellt werden, welche diese wichtige Tätigkeit der Alexander-Langer-Stiftung von Beginn an großzügig unterstützt.


Eine Brücke zwischen Bozen und Nord-Kivu
Die heutige Bekanntgabe markiert den Beginn eines Weges, der im April 2026 seinen Höhepunkt finden wird, wenn François Kamate Kasereka zur offiziellen Preisverleihung nach Bozen kommt. Die Zeremonie findet im Rahmen von Euromediterranea statt – jener Veranstaltungsreihe, die die Südtiroler Landeshauptstadt jedes Jahr in einen Kreuzungspunkt des Dialogs und der Reflexion über Alexander Langers Kernthemen verwandelt. Die Begegnung mit dem Preisträger bietet die Gelegenheit, die dramatische Lage in Nord-Kivu – eine der am stärksten von Konflikten betroffenen Regionen der Welt – zu vertiefen und über ökologische Transformation sowie ökonomische Dekolonisierung zu diskutieren.


Die Begründung der Jury
In einer Region, die seit Jahrzehnten von Konflikten, Korruption und der rücksichtslosen Ausbeutung von Ressourcen gezeichnet ist, wirkt François Kamate Kasereka als unermüdlicher Friedensstifter. Die Stiftung ehrt ihn für seine Fähigkeit, junge Generationen und vertriebene Gemeinschaften durch Bewegungen wie Extinction Rebellion Rutshuru und die internationale Kampagne Debt for Climate zu mobilisieren.
Kamates Arbeit legt die fatale Verflechtung zwischen Extraktivismus und Krieg offen: Nord-Kivu ist das Zentrum des Abbaus der sogenannten „3T-Minerale“ (Tantal, Zinn, Wolfram) und von Coltan – Rohstoffe, die für globale Technologien unverzichtbar sind, deren Handel jedoch oft Gewalt schürt und bewaffneten Milizen zur Finanzierung dient. Mit Kampagnen wie Fossil Free Virunga kämpft Kamate für den Schutz der Artenvielfalt im Virunga-Nationalpark und für einen „gerechten Übergang“ (Just Transition), der nicht vom Globalen Süden mit Schuldenlast und Umweltzerstörung bezahlt wird.


Das Erbe von Alexander Langer
Das Profil von Kamate verkörpert in vollem Maße das Langersche Ideal einer „sozial verträglichen ökologischen Umkehr“. Beide erkennen an, dass Umweltkrise und bewaffnete Konflikte zwei Seiten derselben Medaille sind. In einer Zeit der „Polykrise“ antwortet der gewaltfreie Widerstand von Kamate auf den Aufruf, eine Zivilisation aufzubauen, die auf dem Tandem Frieden-Gerechtigkeit gründet. Er beweist, dass Veränderung von unten entsteht – durch Dialog und den Mut zu globaler Verantwortung.
Die vollständige Begründung des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung finden Sie unter diesem LINK


Das Programm von Euromediterranea mit dem Preisträger
François Kamate Kasereka ist vom 10. bis 27. April 2026 in Italien. Er wird an verschiedenen Veranstaltungen in mehreren italienischen Städten im Zusammenhang mit Euromediterranea teilnehmen. In Zusammenarbeit mit Organisationen und Vereinen werden vor Ort verschiedene Gesprächsformate organisiert. Von 17. bis 19. April gastiert Euromediterranea in Bozen und Sterzing, gefolgt von weiteren Etappen in Trient und Rovereto. Weitere Informationen zum Programm von Euromediterranea folgen in Kürze.

 

Für weitere Informationen:
Elisabeth Alber
Wissenschaftlicher Beirat der Fondazione Alexander-Langer-Stiftung
+39 338 963 3859  elisabeth.alber@eurac.edu

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