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NUMERO 6

Auf dem rechten Auge blind

im Südtirol Profil vom 7. November 1994

 

Mitunter in Hinblick auf die Langer-Gaismair-Tagung, die am 10. Oktober im Stadttheater Sterzing stattfinden wird, ist mir dieser Text wieder in den Sinn gekommen. „Warum ist die sonst so wirksame Tiroler Fremdkörperabwehr gerne auf dem rechten Auge blind?“ ist erstmals im Südtirol Profil vom 7. November 1994 erschienen und wurde in „Aufsätze zu Südtirol 1978-1995 Scritti sul Sudtirolo“ hrsg. von Riccardo Dello Sbarba und Siegfried Baur (Ed.AlphaBetaVerlag) wieder aufgenommen.

Wieso hat die übliche und sonst so effiziente Fremdkörperabwehr ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr so recht funktioniert und rechtsextreme Ideen nicht als fremd gebrandmarkt und abgelehnt? Wie konnten die Tiroler sich verblenden lassen? Und wieso war diese Abwehr zeitweise recht einseitig?

„Echtes Bewahren, überzeugtes Festhalten an überkommenen Werten, verwurzeltes Heimatbewusstsein … lebendiges Pochen auf Eigenart … und entsprechendes Engagement gegen ungewünschte Reformen sind noch lange nicht die Vorstufe zum Faschismus“, so schreibt Langer. Er sieht eher den Grund in der Entwurzelung, und diese ist, so Langer, unter anderem auch auf die gewaltsamen Unterdrückung des Bauernaufstandes zurückzuführen, die ihrerseits den Tiroler Sinn für Kritik und Selbstkritik erstickt hätte. Langer fordert ein Umdenken an und zählt schließlich einige Seiten der Tiroler Eigenart auf, die eine neue Wichtigkeit erhalten sollten, denn Tirol hat auch eine demokratische und soziale Tradition, in der mehrere Sprachen und Kulturen gut zusammenleben können.

Der vollständige Text ist hier zu lesen

und wurde auch ins Italienische übersetzt: https://www.alexanderlanger.org/it/144/5122 (Quando non si vogliono riconoscere i fenomeni di estrema destra … )

Christine Stufferin

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