Adopt Srebrenica Adopt Srebrenica Internationale Woche 2007 Schlussfolgerungen des “Langen Tisches”

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Seminare, Workshops, Vorstellungen Schlussfolgerungen des “Langen Tisches”
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Schlussfolgerungen des “Langen Tisches”

Am Samstag, den 1. September 2007, endete in Srebrenica die von der Organisation Tuzlanska Amica und der Alexander Langer Stiftung organisierte und der Erinnerung gewidmete internationale Woche „International Cooperation for Memory“.
Teilgenommen haben Vertreter der Lokalbevölkerung und der lokalen Organisationen, Experten und Interessierte aus Bosnien, verschiedenen Ländern Ex-Jugoslawiens, Italien, Deutschland und Großbritannien, sowie eine Überlebende des Völkermords, der 1994 in Ruanda stattgefunden hat.

Die Stadt Srebrenica trug tiefe Wunden aus dem Krieg in Bosnien Herzegowina und Ex-Jugoslawien, der auf allen Seiten zu Tod und Leiden führte und mit einem Völkermord von über 8.000 Moslems endete, vor dem Hintergrund einer totalen Gleichgültigkeit Europas und der Welt. Heute, 12 Jahre nach dem Ende des bewaffneten Konflikts, sind in dieser Stadt die schrecklichen Folgen des Krieges immer noch sichtbar: zerstörte Häuser, leere Straßen, eine drastisch verringerte Bevölkerung mit wenigen Kindern, der tiefe Schmerz von unzähligen Familien und die großen Schwierigkeiten der Flüchtlinge/Vertriebenen in die Stadt zurückzukehren.

Eine zentrale Rolle unter den verschiedenen Versammlungen, Seminaren, Workshops und öffentlichen Tribünen, die während der Woche stattfanden, nahm der „Lange Tisch“, ein Ort der Auseinandersetzung und Diskussion unter internationalen Experten, ein. Der „Lange Tisch“ kam zu den folgenden Schlussfolgerungen:

1.    Es ist notwendig, dass die Wahrheit über den Völkermord von Srebrenica bekundet und das Wissen darüber verbreitet wird.

2.    Es ist notwendig, dass die Opfer vor der Gesellschaft und den Institutionen als solche anerkannt werden.

3.    Es ist notwendig, dass jene, die den Völkermord in Auftrag gegeben und jene, die ihn durchgeführt haben vor Gericht gestellt werden.

4.    Es ist notwendig die gesamte Bevölkerung von Srebrenica, die heute noch unter den Langzeitfolgen des Krieges und des Völkermords sowie unter der Verschwörung des Schweigens leidet, zu unterstützen.

Den Teilnehmern des „Langen Tisches“ zufolge muss all dies die Voraussetzung für die Entstehung einer kollektiven Erinnerung an den Völkermord sowie an alle vorhergehenden und nachfolgenden Verbrechen darstellen, einer Erinnerung, die für die kommenden Generationen bewahrt und geschützt werden muss. Nur so wird es den Menschen, die den Völkermord in Srebrenica erlebt haben und vor allem ihren Kindern möglich sein, ihr Leben wieder zu beginnen.

Unter diesen Gesichtspunkten geht der „Lange Tisch“ die Verpflichtung ein, im nächsten Jahr eine weitere Gelegenheit des Austauschs und des Dialogs mit folgenden Zielsetzungen zu schaffen:

1.    Gegen die Verschwörung des Schweigens anzukämpfen;

2.    Den Opfern des Völkermords und den Opfern des Krieges, nicht nur in Srebrenica, die Gelegenheit zu geben in der Öffentlichkeit zu sprechen und angehört zu werden;

3.    Die Diskussion und den Gedankenaustausch zwischen Experten und interessierten Menschen aus Europa und dem Rest der Welt weiterzuführen;

4.    Bosnischen und internationalen Experten die Möglichkeit zu geben, ihre Ansichten über Srebrenica in Srebrenica zu äußern;

5.    Den Menschen, die in Srebrenica leben eine Schlüsselrolle zu garantieren in einer Debatte, in der keiner aufgrund seiner Herkunft verurteilt wird.

 
pro dialog