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Euromediterranea 2004" „Hoffnungen und Erwartungen - EUROPA DER 25 – Beispiel POLEN“
30.6.2004, Bozen, 28. Juni – 4. Juli 2004
Mit der Erweiterung der Europäischen Union, Stichtag 1. Mai 2004, bekommen die neuen Beitrittsländer ein stärkeres Gewicht und rücken somit mehr und mehr ins Zentrum des Interesses.

as bestehende Gleichgewicht muss neu definiert werden. Die Auswirkungen dieses Zusammenschlusses auf die verschiedensten Lebensbereiche müssen gesehen und gelenkt werden: Wirtschaft und Arbeitsmärkte öffnen sich und verstärken Mobilität und Ungleichheit; eine neue Definition der Bürgerrechte, die alte und neue Minderheiten einbezieht, muss gefunden werden; die Sorge um ein ausgewogenes Ökosystem wächst.

Unter den Beitrittsländern zur EU der 25 nimmt Polen eine besondere Stellung ein: es war
und wird auch in Zukunft Verbindungsland sein, zwischen dem „alten“ Europa und jenem,
welches für lange Zeit der Stagnation und Unterdrückung ausgesetzt war. Polen hat sich bereits vor dem Mauerfall durch eine unabhängige Regierung von dem einengenden System, auf seine ganz eigene Weise befreit. Durch Solidarnosc ist eine Gesellschaft gewachsen, die wesentlich zum Zusammenbruch des alten Machtsystems beigetragen hat. Der Übergang hatte in Polen eine ganz eigene Charakteristik. Die Erwartungen in den laufenden Integrationsprozess sind hoch, und wird von vielen als eine epochale Wende gesehen. Die Integration Polens, wie auch der anderen Beitrittsländer, bringt nicht nur Probleme mit sich, sondern stellt auch eine Bereicherung der Geschichte, Politik, Kultur und Wirtschaft dar, die gesehen, anerkannt und genutzt werden muss.
Dies ist der anspruchsvolle Rahmen in dem sich „Euromediterranea 2004“ und die internationale Sommerschule bewegen möchten. Neben den öffentlichen Diskussionen, ist eine Reihe kultureller Veranstaltungen vorgesehen. Filme, Theater, Musik, Buchpräsentationen vermitteln Eindrücke auf ihre jeweils eigene Art und bringen die Themen einem breiteren Publikum näher.
Die öffentlichen Veranstaltungen finden vorwiegend in Bozen statt, Parallelveranstaltungen sind auch in Innsbruck, Meran und Trient vorgesehen.
Für die öffentlichen Diskussionen ist eine Simultanübersetzung ins Deutsche, Italienische, Englische vorgesehen.

Die internationale Sommerschule (28. Juni bis 4. Juli) wird als Workshop gestaltet, dessen Ziel es ist, ein „Bürgermanifest“ zum Thema „Europa - wie wir es uns wünschen“ zu verfassen. Vorgesehen ist die Teilnahme von 40 Jugendlichen, wobei die Hälfte der TeilnehmerInnen aus dem „alten“ – und die Hälfte aus dem „neuen“ Europa kommen. Die Stiftung übernimmt für die TeilnehmerInnen die Übernachtungskosten. Max. 5 TeilnehmerInnen werden die Reisespesen (max. € 250,00) vergütet.

Die drei Hauptveranstaltungen finden am 1., 2. u. 3. Juli von 17.00 bis 20.00 Uhr im Festsaal der Gemeinde Bozen statt. Am 4. Juli wird der Alexander Langer Preis 2004 vergeben.
In jeder der drei Diskussionsveranstaltungen werden allgemeine Einführungsreferate zum Zusammenschluss Europas mit Schwerpunkt auf die neuen Ostländer gehalten, sowie Informationen und Diskussionstandpunkte zu diesem historischem Zusammenschluss, im besonderen in Polen, gegeben.

Programm im Detail:

Montag 28. Juni - 09.00 bis 13.00 Uhr, Altes Rathaus
Eröffnung der „Internationalen Sommerschule“ an der im Laufe der Woche junge Menschen in Form eines Workshops ein „Bürgermanifest“ zum Thema „Europa - wie wir es uns wünschen“ erarbeiten werden. Die Sommerschule wird von Marianella Sclavi, Dozentin am Politecnico in Mailand geleitet. Methode: „Open Space Technology.

Mittwoch, 30. Juni - 20.30 Uhr – Filmclub, Capitol 2
Es werden die letzten beiden Filme aus der Reihe „Decalog“ von Krzysztof Kieslowski gezeigt.

Donnerstag, 1. Juli – 17.00 bis 20.00 Uhr, Festsaal der Gemeinde Bozen
Europa der 25 Geschwindigkeiten
Begrüssung und Eröffung der öffentlichen Diskussionen durch Helmuth Moroder (Präsident Alexander Lange Stiftung)
Malgorzata Furdal, Direktorin des polnischen Kulturinstituts in Rom
Irena Grudzinska-Gross, Historikerin, in meomoria Jacek Kuron wir ein kurzer Filmausschnitt gezeigt
Silvia Decarli, Arbeitet an der Universtät Trient im Bereich Europäische Integration
Konstanty Gebert, Journalist, Oppositioneller
Diskussionsleitung: Gianni Tamino

21.00 Uhr – Filmclub, Capitol 2
Film von Krzysztof Zanussi: „L’anno del sole quieto“, Rod Spokojnego Slonca, 1984, 107’
Ausgezeichnet mit dem Goldenen Löwen von Venedig 1984. Original mit italienischen Untertiteln

Freitag, 2. Juli –
9.00 bis 13.00 Uhr - Altes Rathaus, Lauben 30
Die TeilnehmerInnen der Sommerschule laden alle Interessierten ein, um gemeinsam über zentrale Themen des Zusammenlebens in einem "wünschenswerten" Europa zu diskutieren.
Anmeldung erforderlich:
Alexander Langer Stiftung, Latemar Straße 3 - Tel.-Fax 0471 977691, e-mail: langer.foundation@tin.it

17.00 bis 20.00 Uhr – Festsaal der Gemeinde Bozen
Grenzland Polen, mit:
Andrzej Paczkowski, Beteiligter am polnischen Widerstand
Oxana Pachlovska, Ukrainische Schirftstellerin, Dozentin an der Universität Rom
Mauro Martini, Professor für osteuropäische Literatur an der Universität Trient
Diskussionsleitung: Carla Tonini, Dozentin für Osteuropäische Geschichte an der Universität Bologna

18.00 bis 20.00 Uhr – Meran – Pavillon de Fleurs
Grenzland Polen, mit
Krzysztof Czyzewski, Präsident der Stiftung Pogranicze aus Sejny, (Alexander Langer Preis 2004)
Konstanty Gebert, Journalist, Publizist
Diskussionsleitung: Enzo Nicolodi
(Veranstaltet vom italienischen Kulturassessorat der Stadt Meran)

Bozen: Europapark, Reschenstrasse
20.00 Uhr – Fest, Information, polnische Küche
21.30 Uhr – „Konzert für ein anderes Europa“ von Paolo Bergamaschi und Band, Musikalische Leitung Simone Guiducci

21.00 Uhr – Filmclub, Capitol 2
Film von Andrzej Wajda, „L’uomo di ferro“, Czlowiek z zelava, Polen 1981, in italienischer Sprache

Samstag, 3. Juli – Festsaal der Gemeinde Bozen
„Neue Grenzen - alte Minderheiten“ mit
Monika Bulaj, Fotographin der Ausstellung „Genti di Dio“
Tomas Venclova, Litauischer Schriftsteller aus Vilnius
Irena Grudzinska-Gross, Boston, Historikerin,
Marino Vocci, Sprecher der Iniziative „CERNIERA – Forum Euromediterraneo Transfrontaliereo”
Francesco Palermo, Dozent für Verfassungsrecht an den Universitäten Trient und Verona
Diskussionsleitung: Wlodek Goldkorn, Journalist „L’Espresso“

Samstag, 03. Juli, 10.00 bis 12.00 Uhr – Altes Rathaus
Mitgliederversammlung der Alexander Langer Stiftung

20.30 Uhr – Bozen - Europapark, Reschenstrasse
Fest des Vereins „Arbëria“ mit Konzert der Gruppe „Talea“
Musik, albanesische Küche, Kinderspiele

21.00 Uhr – Filmclub, Capitol 2
7 Kurzfilme von Roman Polanski, 1956 bis 1959 (70’)
Film von Niko Brücher „Ospiti di Nozze“ 1990 (40’)

Sonntag, 04. Juli, Verleihung des Alexander Langer Preises 2004 an:
Stiftung Pogranicze aus Sejny - Polen
Mit dem Präsidenten der Stiftung: Crzysztof Czyzewski,
(Information: Fundacja Progranicze)
10.00 Uhr Video Vorführung: „Tre figliole“ von Rudi Assuntino, über Leben und Musik des jüdisch-polnischen Komponisten und Poeten Mordechaj Gebirtig. Der Regisseur wird anwesend sein.

11.30 Uhr – Feierliche Preisverleihung
Verlesung und Erläuterung der Preisbegründung durch Lucyna Gebert
Laudatio von Irena Grudzinska-Gross
Vorsitzender: Gianni Tamino, Vize-Präsident des Wissenschaft- und Garantiekomitee der Alexander Langer Stiftung


Ausstellungen
Von Freitag, 25. Juni bis Sonntag, 4. Juli – Foyer der Gemeinde Bozen und Restaurant Nadamas
Fotoausstellung „Genti di Dio“ der polnischen Fotografin Monika Bulaj. In dieser Ausstellung dokumentiert die Künstlerin das Leben religiöser Minderheiten, die bis heute an den Grenzen Polens, der Ukraine, Slowakei, Rumänien und Moldawien leben.
Von Freitag, 25. Juni bis Samstag, 10. Juli – Universität Bozen – in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Design
Ausstellung polnischer Plakate, der Dydo Poster Collection, zum Thema: der Anschluss Polens an die EU, (Krakau 2003), Projekt von Claudio Sinopoli

Unter der Schirmherrschaft des Polnischen Kulturinstitutes in Rom. Mit Unterstützung der Europäischen Commission, Schirmherrschaft der Gemeinde Bozen, Autonome Provinz Bozen, Region Trentino – Südtirol, Stiftung Südtiroler Sparkasse, Grüne Bildungswerkstatt Wien


Euromediterranea 2004 in Trient


Donnerstag 1. Juli – 18.00 Uhr - Istituto Trentino di Cultura via S.Croce
The Borderlander: eine Politik des Friedens für Europa mit:
Krzysztof Czyzewski – Präsident der Stiftung Pogranicze in Sejny – Polen (Alexander Langer Preis 2004)
Andrzej Paczkowski, Beteiligter am polnischen Widerstand
Oxana Pachlovska, Ukrainische Schriftstellerin, Dozentin an der Universität Rom
Carla Tonini, Dozentin für Osteuropäische Geschichte an der Universität Bologna
Diskussionsleitung: Mauro Martini, Professor für orientalische Literatur an der Universität Trient

Montag, 5. Juli, 21.00 Uhr – piazza C. Battisti
Konzert mit der Klezmer Music Group aus Sejny, unter der Leitung von Wojciech Szroeder der Stiftung Pogranicze (Alexander Langer Preis 2004)


In Zusammenarbeit mit der Provinz Trient Assessorat für internationale Zusammenarbeit, der Gemeinde Trient, Fondazione Alexander Langer Stiftung, Centro Studi sulla Storia dell’Europa Orientale, Polnisches Kulturinstitut.


Information und Programm: siehe http://www.alexanderlanger.org
e-mail: langer.foundation@tin.it , Tel+Fax 0471 977691